Jedes Leben zählt

Vor wenigen Tagen besuchte ich Wien und verbrachte dort ein paar schöne Tage zur Sommerfrische. Zwischen „Backhendlseligkeit“ und der imperialen Romantik einer längst vergangenen Epoche besuchte ich auch den Stadtpark und passierte bei dieser Gelegenheit das Denkmal Bürgermeisters Luegers, welche an der Schwelle des 20. Jahrhunderts viele segensreiche Verbesserungen der Stadt Wien währende seiner Amtszeit bescherte. Ich wusste natürlich um die kontroverse Diskussion um diese historische Persönlichkeit, insbesondere den Vorwurf des Antisemitismus war mir bekannt und so begutachtete ich den Vandalismus, welche an der Bildplastik verübt wurde.

In grellen Neonfarben prangte dort mehrfach quer über den Sockel der Statue der Schriftzug: „SCHANDE“. Die Schande welche hier zum Ausdruck gebracht wurde bezog sich wohl auf die oben genannten Anschuldigungen gegen das ehemalige Oberhaupt von Wien.

Den Protagonisten einer vergangenen Epoche und Kind seiner Zeit mit dem Siegel des Antisemitismus zu brandmarken ist nebenbei völlig aus dem Kontext gerissen. Judenfeindlichkeit war im Wien des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit verbreitet und reichte bis in die Kreise des habsburgische Herrscherhaus. Zweifelsohne entschuldigt das nicht die persönliche Einstellung Luegers gegenüber den Juden, es erklärt aber die Ursache aus der breiten Akzeptanz antisemitischer Strömungen in der damaligen Gesellschaft der Donaumonarchie noch weit vor den späteren Auswüchsen des Holocausts. Dies soll aber nicht Teil meiner Betrachtung sein.

Es geht hier um den aktuellen Hass einer bestimmten Strömung in der heutigen Gesellschaft, welche es sich zum Ziel gesetzt hat den Diskurs zu beenden und mittels Gewalt gegen jede Form der Kritik am universalistischen, globalistischen und liberalen Weltbild vorzugehen. Es wird in diesem Zusammenhang auch ein „ideologischer Bildersturm“ praktiziert der auch vor geschichtlichen Symbolen und Instanzen keinen Halt macht und alles „stürzen“ will, was sich gegen diese Strömung stellt. Ausgehend von den USA und der Graswurzelbewegung „Black Live Matters“ existierte diese Bewegung oder Gruppierung bereits früher und erhielt durch die Vorfälle um Floyd George und enthemmter Polizeigewalt einen ungeahnten Auftrieb. Wir können heute allerorts Ableger dieser vermeintlichen Protestbewegungen in vielen Ländern dieser Welt beobachten. Vornehmlich in den Vereinigten Staaten und Europa haben sich neue Gruppen gebildet und organisieren medienwirksame Proteste in den Metropolen um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen.


Es wird keineswegs die Wurzel des Hasses damit ausgelöscht, sondern der Hass tauscht nur sein Kostüm, seine Maske.

Was als friedlicher Widerstand begann entwickelt sich immer mehr zur gewaltbereiten Konfrontation mit Ordnungsorganen und den vermeintlichen „Feindbildern“. Die Fähigkeit zum friedlichen Austausch, zur Diskussion scheint von dieser Seite aus beendet zu sein. Die Brücken werden zunehmend abgebrochen und die Fronten verhärten sich mit der Gefahr einer unumkehrbaren Gewaltspirale an dessen Ende nur der Kampf der Kulturen stehen kann, oder besser gesagt derjenigen Bevölkerungsteile, welche bisher nur unbeteiligt dieser Entwicklung zusahen.

Präsident Trump drückte dies in seinen Twitter Botschaften aus, wenn er von der „großen schweigenden Mehrheit“ spricht. Es bleibt abzuwarten ob diese „Mehrheit“ in Zukunft weiter in ihrer abwartenden Position verbleibt oder sich polarisieren lässt, von wem auch immer.


Festzuhalten bleiben die großen Irrwege, die dieser neuen gesellschaftlichen Bürgerrechtsbewegung zum Verhängnis werden könnten. Wie uns die Geschichte schon oft bewies ist das Mittel der Gewalt immer schon ein schlechter Weg gewesen um sich die Sympathien breiter Bevölkerungsschichten für seine eigene Zielsetzung zu verschaffen. Zu Zeiten eines Martin Luther Kings verhalf ein charismatisches Äußeres und der Aufruf zur Gewaltlosigkeit eine breite Zustimmung für seine Thesen auch über Rassengrenzen hinweg. Sicherlich war sein tragischer Tod durch die Kugel eines Attentäters nicht das Ende, jedoch folgte daraufhin die „Black Panther“ Bewegung einen militanten Weg um die Ziele Kings doch noch zu verwirklichen. Bekanntlich scheiterten sie mit diesem Unterfangen und bewies wieder einmal die Sinnlosigkeit von Gewalt. Sie zerstörten durch ihren Irrweg nicht nur die Kernaussage Martin Luther Kings, sondern zerstörten für Jahrzehnte die Basis eines möglichen Dialogs in dieser Richtung. Was folgte war ein scheinbare Gleichberechtigung zwischen Schwarz und Weiß und zahlreiche Antirassismus-Kampagnen in den folgenden Jahren zeigte die Brüchigkeit dieses „schönen Scheins“.


Die bisher Unterdrückten lernen nichts aus den Fehlern ihrer Herrn und wechseln nur die Position und werden zu den neuen Unterdrückern.

Ein weiterer Umstand verhilft dieser „BLM“ Bewegung keineswegs mehr Glaubwürdigkeit als sie bisher durch ihren medial gehypten Protestkundgebungen erlangt haben. Der Ruf nach Gleichberechtigung, welcher im gleichen Atemzug die Berechtigungfür alle anderen Teile abspricht, ist ein fadenscheiniger und unredlicher Versuch die Ungerechtigkeit gegenüber der farbigen Bevölkerung auf Kosten der weißen Ethnie auszugleichen. Es kann nur gemeinsam, mit einem von allen Bevölkerungsschichten getragenen Konsens in dieser Frage, eine Lösung für den Rassismus gefunden werden. Wenn nur eine Seite, eine ethnische Gruppe zugunsten einer anderen ausgespielt wird, verschwindet nicht der Rassismus sondern wechselt nur seine Farbe.

Es wird keineswegs die Wurzel des Hasses damit ausgelöscht, sondern der Hass tauscht nur sein Kostüm, seine Maske. Ohnehin scheint bei all dem der koloniale Revanchismus der bisherigen Opfer keine unbedeutende Rolle zu spielen. Es macht auf den Beobachter häufig den Eindruck als wenn das Blatt nur gewendet werden soll. Die gleiche Ungerechtigkeit und der gleiche Chauvinismus zeichnet sich dabei ab, nur das er unter anderen Vorzeichen auftritt und die scheinbar edlen Ideale der „BLM“ Bewegung mit ihrem Ruf nach gleichem Recht für alle als janusköpfiges Postulat entlarvt. Die bisher Unterdrückten lernen nichts aus den Fehlern ihrer Herrn und wechseln nur die Position und werden zu den neuen Unterdrückern.

Schlussendlich führt diese Umkehrung, dieser Irrweg nicht zu der „liberalen“, „freien“ und „gleichen“ Gesellschaft die einem immer wieder wie auf einem orientalischen Basar aufdringlich von den Universalisten angeboten wird. Nein, ich möchte sie nicht, denn sie ist nicht echt! Durch die weitere Unterdrückung unbequemer Meinungen, durch die weitere Zensur in den öffentlichen und sozialen Medien verliert man nicht nur die Meinungsvielfalt, die in den letzten Jahrzehnten das Aushängeschild der gesamten freien westlichen Welt war, sondern man verdrängt sie nur in den Untergrund . Manch einer sagt vielleicht, wir waren niemals wirklich frei. Mag sein, aber die Möglichkeiten in Bezug auf eine freie Meinungsäußerung waren gegen Ende des 20. Jahrhunderts nie so groß wie im gesamten mitteleuropäischen Raum und weiten Teilen Nord- und Südamerikas. Das man nun ungeliebte Meinungen einfach zensiert, welche dem Mainstream widersprechen oder diesen zu kritisieren wagen, löscht diese Meinungen und Gedanken nicht aus den Hirnen der Menschen.


Diese Tatsache haben wohl heute auch diejenigen erkannt, die plündernd und brandschatzend durch die Straße nordamerikanischer Städte ziehen und uns mit der Spur ihrer Gewalt deutlich zu erkennen geben wollen, dass auch dem letzten unverbesserlich Andersdenkenden die Eliminierung droht, der sich nicht beugt und vor den „BLM“- Aktivisten auf die Knie geht. Dieses Signal gilt ebenso der großen schweigenden Mehrheit wie den Aktivisten der Gegenseite, welche bisher noch erfolgreich gegen die Bestrebungen der Universalisten mittels medienwirksamer Aktionen agierten. Um es nochmal deutlich zu sagen, es geht hier nicht um das Lamento alter weißer Männer oder konterrevolutionärer Propaganda. Es geht allein um die Mahnung an die Protagonisten oder auch derjenigen, welche hinter diesen Strömungen der Gesellschaft stehen. All jene, die durch mediales „Framing“ oder durch kunstvoll gerenderte Bürgerrechtsbewegungen die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten verändern wollen, zum scheitern verurteilt sind. Nie in der Menschheitsgeschichte konnte die Lüge oder die Gewalt Menschen auf ewig knechten. Immer unterlag die Gewalt der Vernunft, musste die Lüge der Wahrheit weichen und so wird es auch in diesem Fall wieder der Gerechtigkeit gelingen, die Oberhand zu erlangen.


4 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen